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Keine anonyme Beerdigung ohne den Willen des Verstorbenen

7. Dezember 2022
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Keine anonyme Beerdigung ohne den Willen des Verstorbenen

Zwischen dem Ehemann und den gemeinsamen Kindern kam es nach dem Tod der Frau zu Auseinandersetzungen. Der Vater wollte die Mutter daher anonym unter Ausschluss der Kinder beisetzen.

Die Kinder wandten sich deshalb an das Amtsgericht Frankfurt, das in seiner Entscheidung vom 19.06.1997 (Az.: 32 C 1486/97) diese Vorgehensweise untersagte. Grundsätzlich ginge bei Meinungsverschiedenheiten über die Art der Bestattung der Wille des Ehegatten vor. Der zur Totenfürsorge berechtigte Ehegatte sei aber an den irgendwie geäußerten oder auch nur mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebunden.

Er dürfe keine anonyme Beerdigung anordnen, um nächste Angehörige in ihrem Gedenken an den Verstorbenen zu beeinträchtigen, wenn nicht ersichtlich sei, dass dies auch nur dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entsprochen hätte, so das Gericht in seiner Entscheidung. Wenn Konflikte vorhersehbar sind, kann es sich anbieten, eine Anweisung für die Totensorge zu erteilen.

Diese ist nicht formgebunden, sollte aber schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift erfolgen. Im Gegensatz zum Testament muss die Anweisung also nicht handschriftlich vorgenommen werden. Diese Anweisung sollte auch nicht ins Testament aufgenommen werden, da dieses oftmals erst nach der Beerdigung vom Nachlassgericht eröffnet wird.

Es muss auch kein Angehöriger oder gar ein Erbe bestimmt werden, vielmehr kann man jede Person seines Vertrauens damit beauftragen.

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